Tandil

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Wir haben unsere neu gewonnene Freiheit und das „lange“ Wochenende, um nach Tandil zu fahren. Das ist eine Stadt im Süden der Provinz Buenos Aires (etwa 400 km entfernt), die für ihre Wurst und ihren Käse bekannt ist. Außerdem gibt es dort ein paar Hügel (bis ungefähr 500 m hoch), so dass man dort ganz gut wandern kann.
Wir hatten uns in einer recht luxuriösen Hacienda eingebucht, die sehr schön restauriert wurde und wo wir einen guten Abstand vom Trubel der letzten Monate finden konnten. Das Haus (und die zugehörigen Wirtschaftsgebäude) liegen ein paar Kilometer von Tandil entfernt im Nirgendwo.

Die Hinfahrt war recht anstrengend, da wir fast die ganze Zeit Nebel hatten. Irgendwann wurde es dann etwas klarer, um wenig später noch zu regnen. Kein ganz toller Beginn. Die Gegend, durch die wir gefahren sind, ist wenig spektakulär – feuchte Pampa – mit viel Gras, einigen Bäumen, einer großen Zahl von Rindern und dem einen oder anderen Autowrack am Straßenrand. Aber immerhin haben wir etwas vom Land gesehen.
Nach unserer Ankunft haben wir ein Mittagessen bekommen – Gnocchi Romana mit eigenen Tomaten, ziemlich gut.

An unserem ersten Nachmittag sind wir von unserer Unterkunft praktisch querfeldein losgelaufen. Hin und wieder mussten wir über einen Bach oder Zaun. Manches ließ sich auch nicht überqueren, so dass wir nicht dort angekommen sind, wo wir eigentlich hinwollten, aber das war ja auch ok.
Am Abend sind wir nach Tandil gefahren, das ungefähr 100000 Einwohner hat. Viel zu sehen gab es nicht, das Spannendste war noch ie Eisdiele Figlio, wo fast schon Menschenmassen darauf warteten, einen Tisch oder ein Eis auf die Hand zu bekommen. Wir haben uns das geschenkt, obwohl wir sehr neugierig waren, außerdem war es eigentlich zu kalt für Eis (ein paar Grad über Null). Zum Essen sind wir in einen der Läden gegangen, die Käse und Wurst (und alles mögliche andere) verkaufen. Dieser spezielle war eine ehemalige Station eines Lieferdienstes nach Buenos Aires und ganz urig eingerichtet. Zu Essen gab es natürlich Wurst und Käse. Wir haben eine gemischte Wurst- und Käseplatte bestellt, an der wir eine ganze Woche hätten essen können.

Am kommenden Morgen sind wir (bei Frost, aber mit Sonne) zunächst zu den Wasserfällen gefahren und dort eine kleine Runde gelaufen, die uns etwa zwei Stunden für 5 km gekostet hat. Ausgeschilderte Wege gibt es nicht, ein paar Trampelpfade müssen reichen (von denen man auch nicht immer weiß, ob sie nicht vielleicht von den Kühen stammen). Irgendwann haben wir dann einen Läufer getroffen, den wir nach em Rückweg fragen konnten (denselben Weg zurück wollten wir eigentlich nicht). Der konnte uns tatsächlich Auskunft geben, so dass wir eine echte Runde gehen konnten.
Mittags waren wir zurück in unserm Hotel, haben zu Mittag gegessen (diesmal Milanesas und Salat), um am Nachmittag das Angebot einer Runde zu Pferd anzunehmen. Leider war sie viel zu kurz und nach einer Stunde wieder vorbei. Auf jeden Fall machen wir das woanders wieder.
Den Abend haben wir wieder in Tandil verbracht, hauptsächlich weil uns das Abendessen im Hotel um 20:30 Uhr zu spät war. Wir waren wieder im selben Laden und haben diesmal Käsefondue bestellt, das wirklich gut war.

Am Montagmorgen haben wir uns auf den Rückweg gemacht, diesmal bei strahlenden Sonnenschein. Dadurch wurde die Fahrt erheblich angenehmer, zumindest bis wir zurück in Buenos Aires waren – der Verkehr hier ist wirklich nicht schön.