Brasilien

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Brasilien hat uns ausnehmend gut gefallen. Zuerst waren wir nur für einen Tag dort, um uns die brasilianische Seite der Wasserfälle anzuschauen. Die ist tatsächlich noch beeindruckender als die argentinische, aber auch deutlich touristischer mit Shuttlebusses vom Eingang zu den Hauptattraktionen. Entsprechend voll war es daher auch. Glücklicherweise hatten wir weiterhin gutes Wetter mit viel Sonne, so dass wir schnell wieder getrocknet sind nach dem Teufelsschlund. Den Rückweg zum Eingang haben wir auf Leihfahrrädern zurückgelegt. Das war zwar nicht wirklich toll (wegen der Räder), aber natürlich viel besser als Busfahren. Zwischendurch haben wir noch eine kleinere Wanderung gemacht durch den Urwald. Kurz vorher war das eine Fahrrad platt. Da wir sie sowieso abstellen mussten, war das kein Problem. Nach der Wanderung waren die Räder dann schon weg (vom Service eingesammelt vermutlich). Für das kurze Reststück war dann doch wieder der Bus angesagt.

Am kommenden Tag sind wir noch einmal Richtung Brasilien aufgebrochen, diesmal im eigenen Auto. Nach den Erfahrungen an der Grenze in Iguazú mit den langen Schlangen hatten wir beschlossen einen kleineren Grenzübergang im Süden zu nehmen. Das stellte sich als gute Entscheidung heraus, da wir dadurch eine  „Scenic Route“ fahren konnten. Der Eingang zu dieser Straße war bewacht und wir mussten uns allen Ernstes erst ausweisen und Erklärungen abgeben, um sie verwenden zu dürfen. Am Straßenrand gab es immer mal wieder kleinere Aussichtspunkte mit ein paar Hinweistafeln, sehr interessant. Die Straße selbst besteht aus festgefahrenem Sand mit Spurrillen, nicht immer leicht zu fahren. Trotzdem kamen uns auch hier wieder ganz einfache PKW entgegen. Wir waren froh über unser Schlachtschiff.
Der Grenzübertritt verlief recht unproblematisch. Abgesehen von der Verständigung: Die Zuständige sprach weder Spanisch noch Englisch, so dass wir eine Übersetzungsapp zuhilfe nehmen mussten. Trotzdem haben wir (unter Beteiligung einer weiteren Frau, die dort arbeitete und die etwas englisch sprach) von ihr erfahren, dass wir unbedingt bei der Ausreise das Auto bei der Polizei „auslösen“ müssen. Da nicht alle Grenzstationen auch mit Polizei besetzt sind, hat sie uns ein paar genannt, die für uns in Frage kamen.

Das war unsere erste Begegnung mit der Kommunikation in Brasilien, die sich in derselben Form den Rest unserer Zeit dort fortgesetzt hat. Offenbar sind Fremdsprachen dort nicht üblich. In den ersten Tagen sind wir im Übrigen noch am besten mit Deutsch zurecht gekommen, da es in der Gegend nicht wenige „deutsche“ Siedlungen gibt.
Unsere erste Übernachtung haben wir auch in einer solchen verbracht. Wir waren erst spät da, so dass wir nicht viele sehen konnten. Abendessen gab es im Hotel nicht, so dass wir ins Nachbardorf zu einer Dönerbude mussten (die Alternative war Pizza ins Hotel zu bestellen). Auch dort sprachen sie deutsch. Der Döner war gut und das Bier auch – was will man mehr?

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Curitiba, wo wir nach dem ursprünglichen Plan übernachten wollten. Da das Wetter aber drohte umzuschlagen haben wir beschlossen, dort nur eine Pause zu machen und direkt zum Strand zu fahren, um vielleicht noch baden zu können. Die Fahrt war eher unangenehm durch die Berge (bis zu 1800 m hoch) und mit brasilianischen Autofahrern, die Geschwindigkeitsbegrenzungen grundsätzlich missachten. Dazu kommt noch einen Unmenge an Mopeds, die sich überall durchschlängeln.
In Curitiba haben wir uns Kurs die Innenstadt angesehen, etwas gegessen und waren in einem Museum für indigene Kunst – sehr beeindruckend mit einer unermesslichen Fülle an Ausstellungsstücken, überwiegend Federschmuck.
Am späten Nachmittag waren wir am Meer, sind ein wenig am Strand spazieren gegangen und haben mit Blick auf das Meer zu Abend gegessen (inklusive Caipirinha natürlich). Da sich Wetter noch hielt haben wir einen Strandtag eingelegt, waren baden und haben zum wiederholten Male vergeblich versucht Barged zu jagen.

Die nächste Station war Florianopolis mit der Hoffnung, Wale sehen zu können, die dort ab Juli mit ihren Jungen auftauchen. Das ist uns allerdings nicht gelungen, die Hauptzeit ist auch erst im September. Trotzdem hat uns die Stadt und die Insel, auf der sie liegt, sehr gut gefallen. Auch dort sind wir noch einen weiteren Tag geblieben, um ein wenig zu wandern und die Sonne zu genießen. An Baden hatten wir nicht gedacht, da die Temperaturen inzwischen deutlich gefallen waren. Den ersten Abend haben wir bei der Markthalle zu Abend gegessen, wo eine Liveband spielte und die Stimmung sehr ausgelassen war. Im selben restaurant waren wir auch am Abend danach mit derselben Band, wirklich schön. Eine kleine Galerie hatten wir auch gefunden. Besonders haben uns einige Keramiken gefallen, die aber zu groß (und zu teuer) zum Mitnehmen waren. Stattdessen haben wir mehrere Miniaturen von derselben Künstlerin gekauft. 
Florianopolis ist in jeder Beziehung eine Reise wert, nicht zuletzt wegen der schönen Küste.

Etwas schweren Herzens haben wir uns dann auf den Weg nach Porto Alegre gemacht, wo wir zunächst in die Altstadt gefahren sind, um etwas zu essen und uns einwenig umzuschauen. Das war ganz nett, aber doch sehr heruntergekommen. Allerdings war die Markthalle recht interessant.
Die Nacht haben wir weiter im Süden der Stadt verbracht in der Nähe des Museums „Fundaçion Iberé“, das wir besuchen wollten. Das Museum ist sehr interessant, es gab neben der Hauptausstellung noch zwei weitere, sehr sehenswert.

Die letzte Station in Brasilien war Rio Grande, eine Hafenstadt ganz im Süden. Auf dem Weg dahin wollten wir noch ein Naturschutzgebiet besuchen, in dem vor allem Vögel überwintern. Den Eingang zu finden, ist uns schon nicht ganz leicht gefallen. Nachdem uns das dann geglückt war, stellte sich heraus,  dass die Zufahrtsstraße ziemlich überschwemmt war. Trotzdem sind wir ein Stück hineingefahren bis wir uns dann nicht mehr weitergetraut haben, da unklar war wie der Untergrund beschaffen ist und wir den Wagen (insbesondere die Offroad-Fähigkeiten) noch nicht so gut kennen. Ein paar Flamingos haben wir trotzdem gesehen.
Rio Grande ist nicht sehr schön mit wenig Möglichkeiten. Trotzdem haben wir ein ganz gutes Restaurant am Wasser gefunden mit dem bis dahin besten Essen.
Der Weg über die Grenze nach Uruguay war wieder etwas schwierig, da wir zunächst die brasilianische Grenzstation nicht als solche erkannt hatten und noch einmal zurückfahren mussten – wegen des Autos. Insgesamt hat aber alles gut geklappt.